Good practice: Kulturinsel Frankenberg

Ein gelungenes Beispiel integrierter EFRE- und ESF-Plus-Förderung

Die Kulturinsel Frankenberg zeigt beispielhaft, wie investive Maßnahmen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und nicht-investive Angebote aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) wirkungsvoll miteinander verzahnt werden können. Das Projekt ist Bestandteil des Förderprogramms „Nachhaltige soziale Stadtentwicklung“ im Rahmen von „Europa fördert Sachsen“ und wird vom Gemeinschaftswerk Frankenberg e. V. umgesetzt.

Von der Brachfläche zum lebendigen Begegnungsort

In unmittelbarer Nähe des ehemaligen Bahnhofs in Frankenberg entstand auf einer zuvor verwilderten und ungenutzten Fläche ein neuer sozialer und kreativer Freiraum für Kinder und Jugendliche. Mit Unterstützung der EFRE-Förderung konnte die Fläche infrastrukturell entwickelt und zu einem naturnahen Erlebnis- und Lernort umgestaltet werden. Entstanden sind unter anderem:

  • Werkstätten und kreative Arbeitsbereiche
  • ein Feuerplatz und ein Lehmofen
  • Bauwagen und Holzsitzmöglichkeiten
  • Arbeitsplätze für sogenannte „Baukinder“
  • ein geplanter Sinnespfad mit Barfußparcours, Dufttipi und Kletterelementen

Die investive Förderung schuf damit die baulichen und räumlichen Voraussetzungen für einen langfristig nutzbaren Ort der Begegnung, Beteiligung und sozialen Entwicklung.

Pädagogische Arbeit und Beteiligung durch ESF Plus

Parallel zur investiven Entwicklung wurde die Kulturinsel durch sozialpädagogische Angebote begleitet, die über den ESF Plus unterstützt werden. Ziel war es von Beginn an, Kinder und Jugendliche aktiv in die Gestaltung des Geländes einzubeziehen und ihnen neue Lern-, Erfahrungs- und Beteiligungsräume zu eröffnen.

Unter Anleitung von Sozialarbeitern, Handwerkern, Künstlern und regionalen Partnern konnten junge Menschen handwerkliche Fähigkeiten erwerben, kreative Prozesse mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Dabei standen insbesondere folgende Ansätze im Mittelpunkt:

  • Gruppenarbeit
  • Einzelfallhilfe
  • Erlebnis- und Naturpädagogik
  • Gemeinwesenarbeit und Beteiligungsprozesse

Die Kulturinsel entwickelte sich dadurch zu einem offenen Lern- und Entwicklungsraum, der praktische Kompetenzen, Selbstwirksamkeit und soziale Fähigkeiten stärkt.

Nachhaltige Wirkungen für Stadtgesellschaft und Jugendliche

Kinder und Jugendliche identifizieren sich mit dem Ort, bringen eigene Ideen ein und erschließen sich neue Tätigkeits- und Lernfelder. Gleichzeitig entstanden tragfähige Netzwerke mit Schulen, Vereinen, Künstlern, Handwerksbetrieben und Unternehmen aus der Region.

Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von baulicher Aufwertung und sozialpädagogischer Begleitung: Während EFRE die physische Infrastruktur ermöglichte, schafft ESF Plus die notwendigen Angebote zur Aktivierung, Beteiligung und individuellen Förderung der jungen Menschen.

Die Kulturinsel leistet damit einen wichtigen Beitrag:

  • zur Reduzierung von sozialer Isolation und überhöhtem Medienkonsum
  • zur Förderung von Sozial- und Berufskompetenzen
  • zur Berufsorientierung junger Menschen
  • zur Entwicklung von Umweltbewusstsein und nachhaltigem Denken
  • zur Demokratieförderung durch Beteiligung und Dialog

Darüber hinaus entstanden aus der kontinuierlichen Arbeit konkrete Unterstützungsangebote für Familien sowie Hilfen in schwierigen Lebenslagen.

Ein Modell für integrierte nachhaltige Stadtentwicklung

Die Kulturinsel Frankenberg verdeutlicht eindrucksvoll, wie europäische Fördermittel nachhaltige Stadtentwicklung ganzheitlich unterstützen können: durch die Kombination investiver Infrastrukturmaßnahmen mit sozialpädagogischer Begleitung und aktiver Beteiligung der Menschen vor Ort.

Der ehemals brachliegende Raum wurde zu einem lebendigen Kommunikations- und Begegnungsort transformiert – einem Ort gelebter Partizipation, Wertschätzung und gemeinsamer Verantwortung. Die Erfahrungen aus Frankenberg zeigen zugleich, welches Potenzial auch andere ungenutzte Flächen in Städten und Gemeinden für vergleichbare Projekte bieten könnten.

Kontakt

Gemeinschaftswerk Frankenberg/Sa. e.V.
Bahnhofstraße 1 I 09669 Frankenberg
Tel: 037206 885445 I Fax: 037206 885444
E-Mail: info@gemeinschaftswerk-frankenberg.de

Kulturinsel Frankenberg
Bahnhofstraße 1
09669
Frankenberg/ Sachsen
Ansprechpartner: Steffen Bilke
Tel: 01636292892

Weitere Infos unter: Herzlich Willkommen – Europa Fördert Frankenberg

Servicestelle Quartiersentwicklung &
Gemeinwesenarbeit Sachsen
Tel.: +49 (0) 15773 66 70 64
E-Mail: quge@soziokultur-sachsen.de

LANDESVERBAND SOZIOKULTURSACHSEN
Alaunstraße 9, 01099 Dresden

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