Wie können Kinder und ältere Menschen miteinander in Kontakt kommen, wenn gemeinsames Aufwachsen und Zusammenleben der Generationen immer seltener wird? Das Projekt „Uroma gesucht 3.0“ in Kamenz-Ost gibt darauf eine praktische Antwort: durch Begegnungen, gemeinsames Erleben und den Austausch von Erfahrungen.
Eine Ressource, die oft ungenutzt bleibt
In der Großwohnsiedlung Kamenz-Ost leben Menschen unterschiedlichen Alters, dennoch gab es nur wenige Kontakte zwischen den Generationen. Gerade Kinder aus sozial belasteten Familien haben häufig wenig Verbindung zur Großeltern-Generation. Gleichzeitig bleibt das Erfahrungswissen älterer Menschen vielfach ungenutzt.
„Uroma gesucht 3.0“ setzt genau hier an. Im Rahmen des ESF-Programms werden Begegnungen zwischen Kindern und Seniorinnen und Senioren bewusst gestaltet und begleitet.
Gemeinsam erleben, voneinander lernen
In der Kita werden die Kinder pädagogisch auf die Begegnungen vorbereitet. Gemeinsam mit dem Malteser-Stift entstehen regelmäßige Erlebnisse und Gespräche, bei denen beide Generationen voneinander lernen.
Traditionen, Geschichten, Lebenserfahrungen und Werte werden geteilt. Die Kinder erfahren mehr über das Leben und die Arbeitswelt früherer Generationen und entwickeln dabei ganz nebenbei wichtige soziale Kompetenzen: Achtsamkeit, Empathie, Toleranz und Kommunikationsfähigkeit.
Auch schwierige Themen finden ihren Platz. Wenn eine vertraute ältere Person plötzlich nicht mehr da ist, lernen die Kinder, mit Abschied und Tod umzugehen. So wird das Projekt zu einem Ort, an dem nicht nur schöne gemeinsame Momente entstehen, sondern auch wichtige Erfahrungen fürs Leben.
Warum Generationenaustausch wichtig ist
Generationenübergreifende Begegnungen stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie schaffen Verbindungen zwischen Menschen, die sich im Alltag sonst möglicherweise nicht begegnen würden, und wirken sozialer Isolation und Einsamkeit entgegen.
Kinder profitieren von zusätzlichen Bezugspersonen, neuen Perspektiven und dem Erfahrungswissen älterer Menschen. Seniorinnen und Senioren erleben Wertschätzung, Teilhabe und die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Fähigkeiten weiterzugeben. Beide Seiten erfahren: Ich werde gebraucht, ich kann etwas beitragen und ich gehöre dazu.
Damit leisten solche Projekte mehr als nur einen Beitrag zur Freizeitgestaltung. Sie fördern gegenseitiges Verständnis, bauen Vorurteile ab und stärken das soziale Miteinander. Gerade in einer Gesellschaft, in der Familienstrukturen vielfältiger werden und Generationen seltener unter einem Dach leben, gewinnen solche Begegnungsräume an Bedeutung.
Vom Kita-Projekt zum Netzwerk im Stadtteil
„Uroma gesucht 3.0“ wirkt dabei über die unmittelbaren Begegnungen hinaus. In Kamenz-Ost und stadtweit bestehen Kontakte zu weiteren Einrichtungen und ESF-Projekten. So entstehen Verbindungen im Sozialraum und neue Möglichkeiten für gemeinsames Engagement.
Das durchweg positive Feedback zeigt: „Uroma gesucht“ ist inzwischen eine feste Größe in Kamenz-Ost. Das Projekt stärkt den sozialen Zusammenhalt, bringt Generationen miteinander ins Gespräch und trägt dazu bei, Kamenz als lebenswerten Ort für Menschen unterschiedlichen Alters zu gestalten.
Kontakt
Projektträger: Große Kreisstad Kamenz
Ansprechpartnerin: Katrin Andrews
Stadtverwaltung Kamenz, Fachbereich Familie, Bildung und Soziales
https://www.kamenz.de/esf-foerderung.html

Quelle: Kerstin Queißer


